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Zentralrat der Muslime in Deutschland e.V.

Donnerstag, 16.10.2003


16.10.03 Vorsitzender des Zentralrates der Muslime in Deutschland Dr. Nadeem Elyas zu 25 Jahre Pontifikat Johannes Paul II.



25 Jahre ist eine lange Zeit. Zu lang für Politiker, die mitten im öffentlichen Leben stehen und versuchen, das wahre Gesicht zu verstecken. Manch einem gelingt das nicht mal 25 Wochen lang. Wir können davon ausgehen, dass das, was heute bei Johannes Paul II. zu sehen ist, tatsächlich sein wahres Gesicht ist. Es ist ein Gesicht der Annäherung und der Versöhnung, ein Gesicht des Dialogs und des Friedens.

Vollkommenheit ist nur Gott allein vorbehalten, sagt eine islamische Weisheit. So sind Unvollkommenheiten und selbst gesetzte Grenzen bei Johannes Paul II. nicht als Makel, sondern eher als Zeichen des Menschseins zu deuten. Seine konsequente unnachgiebige Haltung verbunden mit der ihm eigenen Ehrlichkeit und Offenheit verschafft ihm “trotz allem“ Respekt.

Die Annäherung erfährt bei ihm ihre Grenzen durch Ablehnung sämtlicher Schwesternkirchen durch die Mutterkirche. Das Abendmahl will er in aller Ehrlichkeit nicht mit Nichtkatholiken teilen. Der Wille zur Versöhnung reicht bei ihm nicht dazu, sich bei den Muslimen in seinem Schuldbekenntnis “Mea culpa“ für die Kreuzzüge zu entschuldigen.

Nur eins scheint bei ihm keine Grenzen zu kennen: Der Friedenswille! Aus seinem Einsatz und seiner beinahe Selbstopferung für den Weltfrieden kann sich manch ein Politiker und manch ein Gläubiger eine Scheibe abschneiden.

Dr. Nadeem Elyas
Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland (ZMD)


Eschweiler, 16.10.03