07.10. 09 Rede des neuen KRM-Sprechers Bekir Alboga
Liebe Geschwister,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
Ich möchte Sie alle recht herzlich begrüßen und Sie alle zu unserer Veranstaltung herzlich Willkommen heißen.
Heute findet hier der Sprecherwechsel des KRMs und Auftaktveranstaltung des Tages der Offenen Moscheen.
Ich möchte mich vor allem bei meinem Vorgänger Bruder Hadji Ayyub für seine Beiträge zum Zusammenwachsen des KRMs in letzten Jahren herzlich bedanken und gleichzeitig ihn darum bitten, auch in Zukunft uns zur Verfügung zu stehen, wenn wir seine langjährige Erfahrung in Anspruch nehmen wollen, auch nach dem er die Sprecherfunktion heute mir überträgt.
Wir erleben in Deutschland nach den Nationalen Integrationsgipfel und der Deutschen Islamkonferenz (DIK) neue Zeiten mit neuen Entwicklungen. Vor kurzem fand die neue Bundeswahl statt. Die neuen Mitglieder des Bundestages sind nun gewählt. Wir hoffen, dass die neue Regierung die gute Zusammenarbeit mit uns den Muslimen fortsetzt. Dabei erwarten wir einen sensiblen Umgang bei der Wahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Deutschen Islamkonferenz, dass sie bei Behandlung der uns Muslime betreffenden Themen ihre Sensibilität und Feinfühligkeit bewahren können.
Nach dem wir zuletzt seiner Einladung nach Berlin Folge leisteten und mit ihm unsere letzte Siezung im Haus der EKD wahrnahmen, hatten wir Herrn EKD-Ratsvorsitzenden Huber zur Duisburger DITIB-Moschee eingeladen, um unser diesjähriges Treffen zu realisieren. Auf unsere Einladung haben wir noch keine Antwort erhalten. Daher kam die Begegnung in Duisburger Moschee noch nicht zustande. Ebenfalls warten wir seit etwa einem Jahr auf den Kommentar der EKD. Bei unserem letzten Treffen hatte Herr Bischoff Huber uns versprochen, einen Kommentar zur EKD-Handreichung „Klarheit und gute Nachbarschaft“ zu veröffentlichen. Wir warten noch darauf.
Die neulich veröffentlichte Arbeitshilfe der Bischofskonferenz „Christus aus Liebe verkündigen. Zur Begleitung von Taufbewerbern mit muslimischem Hintergrund“ / hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz. – Bonn 2009, werden wir im KRM noch erörtern und eine öffentliche Stellungsnahme formulieren. Ob danach eine Diskussion zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und des KRMs stattfinden werden wir alle sehen.
Wir wünschen bei der Bildung der neuen Regierung den Verantwortlichen eine gute Hand. In der Vergangenheit konnten wir sowohl mit Frau Merkel als auch Herrn Westerwelle gute Gespräche führen. Unsere Anliegen sind beiden Persönlichkeit gut Bekannt. Ich bin fest davon überzeugt, dass beide sich hinsichtlich der Fortsetzung der Deutschen Islamkonferenz als auch unseres Dialogs mit der Bundesregierung sich bemühen werden, unsere Bedürfnisse sorgfältig zu berücksichtigen.
Wichtige Punkte in diesem Zusammenhang sind unter anderem die Anerkennung der Muslime als Religionsgemeinschaft und die Einführung des Islamischen Religionsunterrichts und zwar flächendeckend. Die eine ist ja die Voraussetzung für die Realisierung der anderen Angelegenheit. 1, 5 Millionen Muslime Kinder deutschlandweit warten darauf. Es geschieht eine ungleiche Behandlung, eine Ungerechtigkeit, die die Partizipationsmöglichkeit nicht fördert.
Muslime tun grundlegende Schritte. DITIB hat fast in jedem Bundesland ihre Landesreligionsgemeinschaft gegründet. KRM wächst als ein Beratungsgremium aller in den Dachorganisationen muslimischer Religionsgemeinschaften. Ich hoffe, dass ich in meiner Funktion als KRM-Sprecher diesen Gärungsprozess des KRMs beschleunigen und die Zementierung der Einheit der Muslime fördern darf.
Ich bitte Euch alle für mich zu beten, dass Gottes Segen mich und uns dabei stets begleitet und unterstützt. Ich hoffe, dass unsere muslimische Einheit als eine Barmherzigkeit wahrgenommen und gefördert wird.
Ich danke der KRM-Arbeitsgruppe „Tag der Offenen Moschee“ (TOM), für ihre gute Zusammenarbeit. Die Mitglieder der AG-TOM hat eine gute Broschüre und dazu gehöriges Plakat vorbereitet, sowie diese Veranstaltung. Ebenso danke ich dem Vorstand der DITIB in Duisburg-Marxloh für die gute Gastfreundlichkeit und dafür dass wir die Auftaktveranstaltung des Tages der Offenen Moschee in den Räumlichkeiten seiner Einrichtung in der Moschee.
Dem Tag der Offenen Moschee am 3.10.2009 wünsche ich Gottes Segen und für die Moscheegemeinden viele Besucherinnen und Besucher. Ich wünsche den Moscheegemeinden viel Erfolg bei ihrem gastfreundlichen Umgang mit Ihren Gästen, die sich für unsere Moscheen und den Islam interessieren. Der Menschheit wünsche ich Friede und Wohlergehen. Ich verurteile in aller Entschiedenheit und jeder Art den Terrorismus und Extremismus. Möge der Friede jede Art von Fanatismus besiegen. Und möge der Segen Gottes, des Allerbarmenden uns beim Friedenmachen begleiten.